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Dienstag, 2. Juni 2009

Strampeln an der Cote d'Azur


St. Tropez. Das Mekka der Reichen und Schönen ist seit Jahren mein bevorzugtes Trainingsrevier. Denn die südliche Provence bietet im Frühling einfach alles, was man für ein erfolgreiches Trainingslager braucht: perfektes Klima, ruhige, schöne Sträßchen und eine perfekte Topografie für anspruchsvolle Trainingsrunden. Dazu eine tolle Landschaft und viele schöne Plätze und Orte, an denen man sich prima vom harten Training erholen kann. Außerdem ist es ruhig. Vom Hochsommertrubel ist kaum etwas zu spüren, keine Horden an den Stränden und Strandbars, keine überfüllten Gassen in den malerischen Orten. Selbst in den Szene-Cafes rund um den Hafen von St.-Tropez findet man problemlos einen Platz. Für alle, die es selbst ausprobieren wollen – hier sind die Routentipps:

Saint_Tropez: Die Schnupperrunde: Leichte Runde mit ein paar Highlights rund um Saint-Tropez. Ideal für alle, die das erste Mal die Gegend erkunden. Tipp: Das Eis bei Barbarac in Saint Tropez ist unbedingt eine Pause wert. Auch schön: eine Einkehr in einem der Cafes am Marktplatz von Ramatuelle oder am Strand von Gigaro (siehe Tour Collobriere_REV)

GPS St. Tropez

Ampus: Eine superlange Tour ins Hinterland von Vidauban. Meist auf sehr einsamen, ruhigen Sträßchen geht es in stetigem Auf und Ab bis nach Ampus. Eigentlich schon kräftezehrend genug folgt jetzt der höchste Anstieg des Tages – nach Tourtour. Der kleine Ort trägt seinen Beinamen „Ort am Himmel“ zu Recht – denn es geht wirklich ordentlich zur Sache. Doch die Tour bietet weit mehr als mörderische Anstiege. Denn es gibt viel zu sehen und zu entdecken: malerische Dörfer, idyllische Korkeichenwälder und das leuchtende Rot endloser Mohnblumenfelder. Und wer sich nach den vielen Strapazen abkühlen muss, springt einfach kurz in den Lac de Carces –¬ der ideale Platz für die längst verdiente Pause.

GPS Ampus

Salernes_2: Die Variante der Tour „Ampus“ ist nicht nur kürzer und hat weniger Höhenmeter, sondern wird auch in Gegenrichtung gefahren. Es fehlen die harten Anstiege von Ampus bis Tourtour, die Landschaft aber ist genauso schön.

GPS Salernes 2

Lac_St.Cassien: Extrem schöne Runde zum Stausee von Saint-Cassien. Über Sainte Maxime und Saint Aygulf geht es zunächst flach und immer direkt am Meer vorbei bis nach Frejus. Hier tief Luft holen, denn jetzt wird es bergig. Mitten durchs Esterel-Gebirge führt die Tour hoch zum Lac de Saint-Cassien, dann weiter über wirklich traumhafte Straßen nach Roquebrune-sur-Argens. Die berühmten roten Felsen hat man dabei immer Blick – die Landschaft erinnert an die Slickrock-Panoramen, die man aus amerikanischen Freeride-Videos kennt. In Roquebrune nehmen wir den Schleichweg nach Plan de la Tour (Vorsicht: stellenweise Löcher im Asphalt) und rauschen dann wieder ans Meer bergab. Wer jetzt genug Höhenmeter gesammelt hat, nimmt einfach den Anfahrtsweg zurück, die verlinkte Tour packt allerdings noch die Anstiege nach Gassin und Ramatuelle mit drauf.

GPS Lac


Collobriere_REV: Wahrscheinlich „die“ Klassiker-Runde durchs Mauren-Gebirge nach Collobriere. Von St. Tropez über Ramatuelle und Gassin nach Plan de La Tour. Rauf. Runter. Rauf. Runter. Rauf nach Garde-Freinet. Runter. Jetzt bloß im Geschwindigkeitsrausch den Abzweig nach Collobriere nicht verpassen und schon geht’s wieder rauf. Länger jetzt. Wer will biegt links ab zur Chatreuse de la Verne (riesige Klosteranlage, Besichtigung kostet Eintritt), wer sich das sparen will, fährt einfach durch bis Collobriere.
Hier gibt es nette Cafes und alles, was man aus Kastanien machen kann: Honig, Eis, Schnaps, Frühstücksbrettchen und und und.
Kein Wunder, liegt Collobriere doch im Herzen riesiger Esskastanienwälder. Zwei Pässe später ist man in Bormes de Mimosas und steht schon fast wieder am Ufer des Meers. Auf der Küstenstrasse geht es zurück – doch flach ist diese Küste nicht. Rauf. Runter. Rauf. Rauf. Runter. Wie gehabt. Immerhin entschädigt der Wahnsinns-Ausblick für die Mühen. Croix-Valmer und jetzt schnell rechts ab. Runter zum Strand von Gigaro. Einkehren. Unbedingt. In der für mich schönsten Strandbar der kompletten Küstenlinie von Saint-Maxime bis Hyeres. Der „Bar de Salamandre.“ Man sitzt direkt am Meer, das Essen ist lecker und im Prinzip ist das Gröbste geschafft. Noch einen Espresso, einen (echt kleinen) Pass und schon steht man wieder am Ausgangspunkt der Tour.

GPS Collobriere

EsterelUmrunden: Die Sandwich-Tour. Zwischen flachem Beginn und flachem Ende liegt die Umrundung des Esterelgebirges. Da man tatsächlich außen herum fährt, halten sich die Höhenmeter bei dieser Tour ausnahmsweise mal in Grenzen. Hin und Rückweg sind identisch, Klingt langweilig, ist es aber nicht. Denn den Großteil der Strecke legt man auf der Croissette zurück. Man fährt vorbei an herrlichen Buchten, passiert grandiose Felsformationen und freut sich eigentlich schon beim Hinweg auf den Rückweg.

GPS Esterel

Col de Canadel: Nicht zu lange Tour mit einigen landschaftlichen Highlights und dem grandiosen Passträßchen rauf zum Col de Canadel. Von da genauso schön runter nach La Mole und zurück über Gassin und Ramatuelle. Wer sich die Zusatzhöhenmeter sparen will fährt direkt von Gogolin weiter nach Saint-Tropez.

GPS Col de Canadel



St_Trop_MTB1 & St_Trop_MTB2: Zwei kurze Mountainbike-Touren rund um Ramatuelle. Einfach zu fahren, bieten sie immer wieder traumhafte Ausblicke aufs Meer und wer will nutzt einen der zahlreichen Abzweige vom Track für einen Abstecher zu einer der kleinen, einsamen Badebuchten des Cap Lardier. Die Abzweige sind nicht auf dem Track, sind aber auch nicht zu verfehlen. Einfach den Wanderwegschildern folgen. Aber Vorsicht: teilweise sind sie steil und grobschottrig und offiziell gilt außerdem abseits des Hauptwegs ein Bikeverbot.
Das gilt übrigens auch für den „Sentier littoral“. Dieser Küstenwanderweg führt über knapp 20 Kilometer direkt am Meer vorbei von Cavalaire bis zum Cap Camarat. Der Weg lohnt sich – zu Fuß. Man könnte zwar große Teile fahren, aber es sind wirklich viele Wanderer unterwegs und außerdem unterbrechen immer wieder wirklich harte Schiebe- und Tragepassagen die fahrbaren Abschnitte. Kein wirklicher Bikespaß also.

GPS St. Tropez MTB 1
GPS St. Tropez MTB 2


Bergfahrer

Mittwoch, 25. März 2009

Training in der Sonne.

Jörg's Trainingslager in Alcudia.

Graupelschauer, Schnee, salzige Straßen – der Winter hat Deutschland nach wie vor fest im Griff. Also nix wie weg in die Sonne. Nach Alcudia, Mallorca. Was unzählige Radsportler schon tausendfach getan haben, ist für mich ein ganz neues Erlebnis. Schließlich bin ich zum ersten Mal überhaupt auf der Lieblingsinsel der Deutschen. Grund genug für einen Erlebnisbericht:

Der Flug: gebucht bei Air Berlin gestalteten sich die An und Abreise stressfrei und problemlos – trotz dem riesigen Bikekoffer im Gepäck. Frühstücken sollte man aber besser nicht im Flieger, das „Gourmet“-Sandwich ist ungenießbar aber dafür extra pappig.

Das Hotel: Das Vanity Golf direkt am Strand von Alcudia ist perfekt. Die Zimmer sind schön eingerichtet, die Betten sind super bequem und auch das Essen ist gut. Sowohl beim Frühstück als auch beim Abendessen gibt es nichts zu meckern – lediglich das Müsli-Buffet könnte ein bisschen umfangreicher sein. Abends gibt es Fisch, Fleisch und immer diverse Pasta bzw. Reisgerichte. Dazu ein großes Salatbuffet. Ideal für Sportler also, die nach einem harten Trainingstag die Speicher wieder füllen müssen. Ideal auch: die Poollandschaft. Die ist so einladend gestaltet, dass man sich morgens schon fast einen wolkenverhangenen Himmel wünscht, um der Versuchung „Sonnenbaden“ nicht zu erliegen.


Die Touren: Nachdem ich in 11 Tagen kreuz und quer über die Insel gedüst bin, glaube ich fast, dass es auf Mallorca keine Touren gibt, die nicht schön sind. Doch natürlich gibt es Unterschiede. Die für mich eindrucksvollsten Touren hier:


Cap Formentor: Klar ist der Asphalt grob, die Straße teilweise mit Kies übersät und der Tunnel dunkel. Aber für mich eine absolute Muss-Tour. Landschaftlich eindrucksvoll, nicht zu schwer und daher prima auch als Einroll-Tour fahrbar. Prima auch der Abstecher zum alten Leuchtturm (Abzweig am Busparkplatz am ersten Aussichtspunkt).

GPS Daten



Sant Salvador: Von Alcudia zum Wallfahrtsort Sant Salvador. Zuerst flach durch die Inselmitte, dann steil in unzähligen Kehren hinauf zum höchsten Punkt der Tour. Oben angekommen bietet sich ein grandioser Rundblick über die gesamte Insel. Anschauenswert ist aber nicht nur die Landschaft, sondern auch die Trikots des mallorquinischen Radweltmeisters Guiliermmo Mortimer, die in der Kirche zu bestaunen sind.

GPS Daten

Llucmajor: Super Tour durch die Inselmitte nach Llucmajor und weiter an die Küste bei der Cala Pi. Von dort immer am Meer vorbei bis s’Arenal, bevor es dann über Santa Maria del Cami, Alaro und Lloseta hügelig zurück nach Alcudia geht

GPS Daten


Mallorca_King: Da während meines Aufenthalts die Ma-10 bei Lluc gesperrt war und somit Sa-Calobra leider für mich nicht sinnvoll fahrbar war, brauchte ich unbedingt eine alternative Königsetappe von Alcudia aus. Die hier hat sich das Prädikat redlich verdient: kann man sich anfangs noch bequem und flach einrollen, folgt ab Esporles Hügel um Hügel. Bald biegt man auf die Küstenstraße MA-10 ab – unbedingt Pausen in Velldemossa und Deia einplanen falls man es nicht eilig hat – und folgt ihr bis Soller. Wer will, nimmt hier noch den Abzweig zum Port de Soller bevor es dann über den Col de Soller, Orient und Lluc zurück nach Alcudia geht.

Alternativer Rückweg für alle, denen die Zusatzhöhenmeter nach Orient zu viel sind: Ab Bunyola wieder Richtung Santa Maria del Cami, nach ca. 9 Km links ab Richtung READS Restaurant. Diesem Sträßchen dann einfach nach Alaro, Lloseta und Inca folgen. Von Inca über Buger zurück nach Puerto Alcudia

GPS Daten



Cala Rajada: Sehr schöne Tour über die Küstenstraße nach Arta. In Arta lohnenswerter kurzer Abstecher auf einem kehrenreichen Sträßchen zur Ermita de Betlem. Zurück nach Arta und Cala Ratjada. Wer hier nicht noch rauf zum Leuchtturm will, fährt gleich weiter nach Cala Millor und von da aus zurück nach Arta bevor es dann auf dem Anfahrtsweg wieder zurück nach Alcudia geht.

GPS Daten


Kloster LLuc
: Eigentlich kommt man hier immer wieder vorbei, sobald man in die Berge des Tramuntana-Gebirges aufbricht. Doch auch als Kurztour durchaus lohnend. Von Alcudia geht es zunächst flach über Sa Pobla, Buger, Campanet nach Selva bevor der Anstieg zur Tankstelle – einem bekannten Rennradler-Treffpunkt mit Einkehrmöglichkeit – beginnt. Die Straße ist in einem echt bedauernswerten Zustand – deshalb ist es besser die Route in der hier vorgestellten Richtung zu fahren. Bergauf tun die Schlaglöcher nicht ganz so weh. Nach der Tankstelle geht es zunächst noch in leichtem Auf und Ab, dann endlich nur noch bergab über Pollenca, einem schönen Ort mit netten kleinen Cafes und Restaurants, die zum Einkehren einladen, nach Alcudia.

GPS Daten



Sineu_Petra: Perfekte Tour zum Einrollen, und um die ersten Eindrücke zu sammeln. Zunächst sehr flach an der Küste vorbei, geht es dann leicht hügelig nach Sant Llorenc des Cardassar und Manacor. Weiter auf kleinen Sträßchen durch die Felder und unzählige Orangenplantagen nach Petra und Sineu (Mittwochs Viehmarkt). Über Llubi und Muro geht es zurück zum Ausgangspunkt der Tour.

GPS Daten



Orient
: Eine Klassiker-Tour auf Mallorca. Von Alcudia geht es flach über Muro, Sineu und Santa Maria del Cami. Weiter nach Bunyola – übrigens der Heimatort des Rennradprofis Antonio "Toni" Colom. Hier lohnt sich eine Einkehr, denn ab jetzt geht es meist bergauf nach Orient und Soller. Auf der folgenden Abfahrt nach Lloseta kann man sich erholen, bevor es dann ab Caimari wieder rauf zur Tankstelle geht. Von dort über Pollenca zurück nach Alcudia.

GPS Daten

Bergfahrer
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