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Montag, 5. Oktober 2009

Schnelles Saisonende in der Schwäbischen Alb.

Dass die Saison sich dem Ende zuneigt, merkt man daran, dass die Tage kürzer werden und die Außentemperaturen mitsamt der eigenen Form so langsam in den Keller gehen. Ein letztes großes Aufbäumen dagegen gibt’s tradionell jedes Jahr in der Schwäbischen Alb: Die Albgold Trophy. Für uns das vermeintlich geeignete Rennen, einen passenden Saisonabschluß zu finden. Einzig die 3 Stunden lange Anreise am frühen Sonntagmorgen trübte das Gesamtbild. Aber ansonsten: großartige Wetterprognose, scheinbar schöne Strecke und ein sehr gut besetztes Fahrerfeld. So standen wir dann pünktlich um kurz vor 9 im Startblock, wo sich neben uns etwas mehr als 200 Fahrer aufmachten die 108 KM und 1500 HM unter die Reifen zu nehmen. Der erste Klopfer schon vor dem Start: „Highway to Hell“ in Transalpmanier. Da fragt man sich, ob sämtliche Veranstalter echt keine andere Platte außer dieser einen von AC/DC im Schrank haben.


Nach kurzem neutralisiertem Start gings dann los. Und zwar wie die Feuerwehr. Nach den ersten kurzen Hügeln war das Feld dann auch schnell zerissen. Jörg war mir ein wenig enteilt und ich hatte es leider verpasst, auf einen guten Zug aufzuspringen. Denn der Wind blies von alles Seiten und man hatte ständig den Eindruck im Windkanal zu stehen. Da hatte eine gute Gruppe natürlich Vorteile gegenüber Einzelnen. Trotzdem konnte ich mich halbwegs im vorderen Mittelfeld halten und wunderte mich plötzlich als Jörg vor mir auftauchte. Magenkrämpfe machten ihm zu schaffen und so stieg er nach 2 Stunden aus dem Rennen aus. Schade. Einen Saisonabschluss stellt man sich doch irgendwie anders vor. Anders vorgestellt hatte ich mir den aber auch: Denn meistens zeigte mein Tacho irgendwas zwischen 30 und 40 km/h an. Nicht, das ich was gegen Bolzerei hätte, aber ein bisschen mehr Mountainbikefeeling hätte der Veranstaltung schon gut getan. Mir ist jedenfalls kein einziger Trail in Erinnerung und Berge (von was kommt der Name „Mountainbike“ gerade noch mal?) waren auch weit und breit keine zu sehen.
Bolzen was das Zeug hält.
Nur Forstautobahnen, ein paar Wiesenstücke und ein paar Hügelchen. Laut Veranstalter liegt das an den Biosphärengebieten im Umkreis. Trotzdem dürfte die Strecke ruhig ein bisschen mehr technischen Anspruch haben. Dann gab es auch noch Streckenposten, die scheinbar Mittagsschlaf hielten. Kurz vor einer Ortsdurchfahrt ging es eigentlich links ab, nur das uns der Ordner mal kurz geradeaus fahren lies. Das Resultat: gute 5 Extra-Minuten und ein aufkommendes Motivationsloch, das noch schwerer zu stopfen war als die Lücken, die wieder enstanden waren. Wie sich später herausstellte, war der Ordner aber nicht der einzige, der Fahrer in die falsche Richtung wies. Das Führungsquad verfuhr sich, nahm eine Abkürzung, und die Gruppe um Andreas Kugler verschaffte sich so einen „Vorsprung“. Ob ich mich später nochmal verfahren habe, weiß ich nicht so genau. Jedenfalls hatte ich am Ende 121,5 KM auf der Uhr, statt der ausgewiesenen 108 KM. Und Höhenmeter waren es auch 1900 statt 1500. Aber nicht nur deswegen sind wir uns nicht sicher, ob diese Veranstaltung nochmal in unseren Rennkalender auftauchen wird. Bilder werden folgen.

Jens Frank, Gesamt 75, AK 21, 04:41:10.0
Jörg Schrod, DNF

Montag, 14. September 2009

Radeln für den guten Zweck


Letzten Samstag habe ich meine Trainingsausfahrt mit einem guten Zweck verbunden. Denn die „Hilfe für Krebskranke Kinder Frankfurt e.v.“ veranstaltete zum dritten mal den Charity Ride rauf zum Feldberg. So versammelten sich ab halb zehn ca. 100 Radler bei perfektem Wetter an der U-Bahn Station Hohemark. Gegen 10.15 ging es dann per Rennrad oder MTB rauf zum Feldberg Plateau. Insgesamt über 7000 Euro brachte die Veranstaltung ein. Nächstes Jahr wird es wieder einen Charity Ride geben. Hoffentlich dann mit noch mehr Teilnehmern. Jens Frank

Montag, 31. August 2009

Redpulse Rheingau Marathon 2009

Rennen oder Training – es ist Samstag, die Uhr zeigt gerade 06.15 und irgendwie fehlt mir ein wenig die Motivation zu beidem. Aber ok – bevor ich mich zum geschätzten tausendsten mal den Feldberg rauf und runter quäle, düse ich lieber nach Aulhausen, zum Redpulse Rheingau Marathon. Im Nachhinein genau die richtige Entscheidung. Zum einen wegen der Strecke: sehr schön mit netten flowigen Trailabschnitten und tollen Rheinblicken ging es kreuz und quer über 70 Kilometer und 1850 Höhenmeter durch den Rheingau. Zum anderen wegen der chilligen Atmosphäre im Start- / Zielbereich. Wie schon die Eppsteiner eine Woche zuvor schafften es auch die Aulhausener, einen Event auf die Beine zu stellen, der einfach nur Spaß macht. Und zu guter Letzt auch wegen des Ergebnisses: zum zweiten Mal innerhalb einer Woche konnte ich eine Topten-Platzierung in meiner Altersklasse einfahren – und das diesmal trotz des wesentlich größeren und besser besetzten Teilnehmerfelds. Fazit: Rennen sind das bessere Training. Und meine Form kommt langsam aber sicher wieder zurück.



Jörg Schrod 3:12 Platz 35 von 305 gesamt / Platz 9 AK

Donnerstag, 20. August 2009

Ischgl IronBike 2009. Ischgl on the rocks.

Alles zittert. Auf den Armen Gänsehaut, auf den Beinen auch. Rhythmisches Zähneklappern. Mir ist kalt. Eiskalt. Die Hände krampfen um den Lenker, Bremsen fällt mir schwer. Kurz / kurz auf 2700 m über NN bei knapp 5°C und strömendem Regen. Keine gute Idee. Aber selbst schuld. Hätte ich die Windjacke doch nur ordentlicher in die Trikot-Tasche gestopft. Jetzt ist sie weg. Und ich friere wie noch nie in meinem Leben. Dabei hatte alles so gut angefangen: Bei nur leicht bedecktem Himmel und angenehmen Temperaturen erwischte ich wider Erwarten einen fast perfekten Start ins Rennen.



Raus aus Ischgl, rauf nach Galtür und ins Jamtal, der letzte Anstieg des ersten Streckenteils und ich bin noch immer in der ersten Verfolgergruppe. Ich überlege gerade, ob ich die Gruppe noch bis zur Streckenteilung mittlere / große Runde halten kann, schalte aufs große Blatt und falle fast vom Rad. Kettenklemmer. Mist. Runter vom Rad, Kette zwischen kleinsten Ritzel und Ausfallende rausfriemeln, rauf aufs Rad. Zu spät, die Gruppe ist weg. Alleine im Wind habe ich keine Chance, wieder nach vorne zu fahren. Ich nehme Tempo raus und lasse mich von der nächsten Gruppe schlucken in der Hoffnung gemeinsam mit den anderen wieder nach vorne zu fahren. Umsonst. Keiner will Tempo machen, alle schonen sich für den Anstieg zur Idalp. Auch gut. Ein bisschen Kraft zu sparen schadet auch mit sicher nicht. Schnell rauschen wir durch Ischgl, dann knallen wir in den Anstieg zur Idalp. Die Geschwindigkeit sinkt abrupt. Doch ich fühle mich gut, der Anstieg saugt viel weniger Kraft aus den Beinen als erwartet. Zum ersten Mal spiele ich mit dem Gedanken doch die große Runde zu fahren. Dann die Idalpe. Hier stehen Swantje und meine Eltern und feuern mich an. Das pusht und ich beschließe durchzufahren.





Also weiter rauf. Vellilscharte, den Abzweig zur mittleren Runde lasse ich links liegen, Idjoch, Greitspitz. Kurz zwickt es in der Schulter, Nachwehen der TAC. Der Himmel ist zugezogen, ich überlege kurz, die Windjacke anzuziehen, will bergab aber meine Begleiter nicht verlieren. Also keine Windjacke, sondern hinterher. Zuerst auf zwei super Trails, dann rasend schnell auf Schotter. Unten angekommen hat sich die Wolkendecke leicht gelichtet, ein paar Sonnenstrahlen brechen durch und es ist wieder warm. Leicht bergauf bis Samnaun, in die Sonnenstrahlen mischt sich erster Niesel. Nicht tragisch, außerdem wird es mir jetzt sicher nicht kalt – schließlich geht es jetzt erst mal ziemlich lang bergauf. Die erste Rampe und plötzlich meldet sich die Schulter wieder. Heftiger diesmal. Es wird aber sofort wieder flacher und der Schmerz lässt nach. Bis zur nächsten Rampe. Die ist länger und ich kann urplötzlich nicht mehr am Lenker ziehen. Das zwickt nicht mehr, das schmerzt stechend. Ich muss runter vom Rad, schieben. Sobald es flacher wird fahre ich wieder aber immer öfter zwingt mich die Schulter vom Rad. Noch 300 Höhenmeter, noch 150. Aus Nieseln wird Regen, noch 100 Höhenmeter und aus Regen wird Starkregen. Über dem Zeblasjoch türmen sich schwarze Wolken. Ich bin durch und durch nass und die Temperaturen sinken spürbar aber solange es bergauf geht kein Problem. Dann endlich der Gipfel. Ich halte kurz, greife in die Trikottasche und da wo die Windjacke sein sollte ist – nix. Bis nach Ischgl sind es 1400 Höhenmeter. Bergab. Klatschnass. Super. Ich rolle los und
schlagartig wird aus warm kalt. Eiskalt. Die Abfahrt entwickelt sich zum Höllentripp.
Nach einer gefühlten Ewigkeit mit einigen Aufwärmstopps endlich Ischgl. Bachdurchfahrt, Tunneldurchfahrt. Zieldurchfahrt. Ab unter die Dusche. Warm. Endlich wieder.



Jörg Schrod, 5 Stunden 43 Minuten, Platz 14 AK.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Frammersbach 2009. Leiden doppelt.

Schon zum dritten Mal in Folge starteten wir in Frammersbach. Taner wie in den letzten Jahren auch auf der Mittelstrecke, Jens und ich nahmen als letzte Vorbereitung für die Bike Transalp Challenge die Langstrecke unter die Stollen. Da wir dieses Mal nicht wie sonst bei Dani übernachten, treffen wir erst früh morgens in Frammersbach ein. Umso erstaunlicher, wie viele Menschen schon so früh auf den Beinen sind. Noch unglaublicher, was die Frammersbacher am Start und während des Rennens leisten. Irgendwie scheint der ganze Ort in das Rennen involviert – entweder als Zuschauer oder als einer der zahlreichen Helfer an der Strecke. Besonders eindrucksvoll war auch in diesem Jahr natürlich wieder die Atmosphäre am Grabig. Dicht gepackt standen hier hunderte von Zuschauern und peitschten jeden Fahrer den Berg hinauf. Organisation, Zuschauer, Wetter – die äußeren Bedingungen waren also perfekt. Und das Rennen? Durchwachsen. Ich selbst kam gut weg und fuhr eine Runde lang ziemlich weit vorne mit. Im Prinzip lief es wie geplant, bis zum Grabig.



Dort zwang mich zuerst ein Kettenklemmer vom Rad, dann entdeckte ich Jens unter den Zuschauern. Jens? Zuerst konnte ich es kaum glauben, dann kam mir die Motivation ein wenig abhanden und dann kam der Schreck: was ist mit der TAC, wenn es was ernstes ist? Kurz überlegte ich, dass Rennen nach der ersten Runde abzubrechen, doch als ich nach knapp 2:50 durch den Start-Zielbereich kam, dachte ich an die vielen fehlenden Trainingstunden der letzten Zeit und entschied weiterzufahren. Also auf in die zweite Runde. Hier tat ich mich deutlich schwerer. Erstens weil ich keine brauchbare Gruppe erwischte und auf den langen flachen Schotterabschnitten so immer alleine im Wind unterwegs war und zweitens weil ich erhebliche Probleme hatte, mich noch mal richtig zu motivieren. Ich mag einfach keine Runden-Rennen und sich wiederholende Streckenabschnitte und außerdem ahnte ich, dass Jens und Taner schon längst auf der Terrasse bei Dani und Tommi sitzen würden... ziemlich wahrscheinlich bei einem kühlen Bier. Toll. Dennoch kämpfte ich mich durch – und als ich merkte, dass ich wenigstens noch unter 6 Stunden bleiben konnte, gab ich auf der letzten Abfahrt noch mal Gas.

Fazit: Runden-Rennen sind nix für mich, Jens ist wegen Knieproblemen ausgestiegen aber zum Glück ist die TAC für uns wohl nicht gefährdet – andere Teams hat es da deutlich härter getroffen. Taner ist ein sehr gutes Rennen gefahren und im vorderen Drittel gelandet und bei Dani und Tommi im Landgasthof Kessler war es nach dem Rennen so lecker wie immer.



Die Ergebnisse:

Jörg Schrod (Lang) 85 von 267 gesamt / 25 Alterklasse
Jens Frank (Lang) DNF
Taner Ercan 489. von 1098 gesamt / 167 Altersklasse

Montag, 15. Juni 2009

10. Rhenser MTB Marathon


Am Sonntag sollte die Frage beantwortet werden, wie gut/schlecht man mit durchschnittlich 4 Stunden Schlaf in den letzten Tagen, und jeder Menge Stress in der Agentur, einen Marathon durchsteht. Die Antwort ist: gar nicht so schlecht wie befürchtet aber mit entsprechender Regeneration wäre sicherlich deutlich mehr drin gewesen. Chaotisch war schon der Start. Hier wurden alle drei Strecken (70/50/35) unterschiedlich aufgestellt und in verschiedene Richtungen losgeschickt, nur um wenige Meter später schon wieder zusammengeführt zu werden. Das es keine Startblöcke und abgesetzte Startzeiten gab, muss wohl nicht erwähnt werden. So gabs schon nach wenigen Metern nach der Zusammenführung Stau und Unfälle. Weil sich einige Übermütige dazu berufen fühlten, zumindest am Anfang mal ganz vorne dabeizusein. Nach den ersten Kilometern wurde es dann aber etwas übersichtlicher und gesitteter. Die Strecke war wider Erwarten sehr, sehr schön und hatte, trotz wenigen schwierigeren Passagen, einiges zu bieten. In bester Erinnerung wird mir die Abfahrt durch den Weinberg bleiben. Sehr flowig mit ein paar Kehren. Superschön. Zwischendrin immer einige Flachstücke wo man ordentlich Tempo machen konnte, kurze kleinere Anstiege, die man einfach hochdrücken konnte aber auch ein paar längere Anstiege. Aber auch die waren so, das es immer angenehm zu fahren war und nie wirklich bis ans Äußerste ging. Gut, vielleicht waren auch noch die Rampen vom Tegernsee im Hinterkopf und ein gewisser Superkompensationseffekt hatte sich in der letzten Woche eingestellt. Zumindest im Kopf.


Weniger schön war der Anblick von Jörg, der mir zwischendrin ein wenig enteilt war, aber plötzlich mit 2 Platten Reifen am Wegesrand stand und keine CO2 Patrone mehr hatte. Da ich gänzlich ohne Satteltasche und Zubehör unterwegs war, konnte ich ihm auch nicht helfen. Leistete ihm trotzdem ein paar Minuten Gesellschaft und war bemüht vorbeifahrende Kollegen zum Anhalten zu bewegen. Was nicht so leicht war. Schließlich war man im Wettbewerb. Als der nächste anhielt und Jörg seine Pumpe lieh, musste er feststellen, dass der „neue“ Schlauch auch hin war. Also warten auf den nächsten, der freiwillig seinen Schlauch rausrückt. Das gelang wohl auch irgendwann. Ich war zu diesem Zeitpunkt aber schon wieder auf der Strecke und wollte nochmal am Gas drehen. Hatte aber eh schon durch den anfänglichen Stau und körperlicher Startprobleme eine gute Plazierung abgeschrieben. Trotzdem war ich schlussendlich zufrieden. Weil es den Umständen entsprechend doch besser lief als erwartet. Auch Taner erreichte sein Ziel (sub3). Jörg hingegen wäre wohl ohne technischen Defekt zumindest in die Top 10 gefahren. Oder gar mehr.


75 km, Platz 46, Jens Frank, 04:17:12
75 km, Platz 49, Jörg Schrod, 04:19:22
50 km, Platz 102, Taner Ercan, 02:58:00
http://www.mtb-rhens.de/

Mittwoch, 10. Juni 2009

MTB-Festival Tegernsee. Leiden am Wallberg.

Der erste harte Test vor der Transalp stand bevor. Knapp 3500 HM auf weniger als 87 KM waren zu bewältigen. Hier unsere Eindrücke:


Jörg: Anreise am Samstag: Regen ab Frankfurt. Toll. Wollte eigentlich mit Swantje und Jens noch eine schöne Tour fahren, doch danach sieht es beim besten Willen nicht aus. Immerhin, kurz vorm Tegernsee geht der Starkregen in ein leichtes Tröpfeln über und wir können wenigstens zu einer kleinen Warmfahrrunde aufbrechen. 50 Minuten später sind wir zurück – Platschnass. Aus dem Tröpfeln wurde wieder Regen. Schnell Startunterlagen abholen, duschen und ab zum Italiener. Nudeln. Noch ein Eis und schon verschwinden wir im Bett.
Sonntag: 6.00 Uhr. Aufstehen. Bin ziemlich kaputt. Müde. Blick aus dem Fenster: Himmel ist blau. Sieht gut aus. Freue mich, dass meine Wettervorsage besser war, als die des offiziellen Wettergotts Kachelmann. Dann die Routine: Frühstück. Beine rasieren, Flaschen präparieren, Anziehen, Bike präparieren, Warmfahren. Kurz vor 9 rollen wir zum Start. Peng. Schon sind wir auf der Strecke. 86,8 Kilometer und 3.486 Höhenmeter. Hart. Daran denke ich jetzt aber nicht. Ich fahre in Reihe 2 – direkt hinter ein paar Profis und Stars der Szene. Locker rollen wir durch Rottach-Egern, dann der erste Anstieg: eine fiese, kleine steile Rampe rauf zum Sonnbichl. Ich reihe mich direkt hinter den Führenden ein und komme auch mit Ihnen über den Berg. Kurze steile Abfahrt, dann die nächste brutal steile Rampe. Länger diesmal. Ich hänge hinter der führenden Frau und beschließe erst mal da zu bleiben. Sie fährt schnell genug und ich rechne mir aus, bei dem Tempo noch ein wenig Kraft für eine Schlussattacke sparen zu können. Bis zum Gipfel geht die Taktik prima auf. Auch bei der Abfahrt bleibe ich zunächst dran, merke aber, dass ich ziemlich oft auf der Bremse stehe. Also vorbei. Gas geben. Linkskurve, Rechtskurve, enge Linkskurve. Zu eng. Mich trägt’s raus, auch Driften bringt nichts mehr und schon liege ich im Dreck. Super. Beim Hochrappeln überholt mich eine riesige Gruppe, es entsteht sofort ein Loch. Ich versuche alles, es wieder zu schließen aber keine Chance. das Loch wird nicht kleiner, sondern größer.
Und dann geht plötzlich nix mehr.
Meine Beine fühlen sich an wie totes, altes Holz. Druck machen? Ich bin froh überhaupt fahren zu können. Also Taktikänderung: die Schlussattacke ist gestrichen. Jetzt gilt es so zu fahren, dass ich überhaupt durchkomme. Das Problem: es kommen noch 4 mörderisch steile Anstiege.


Zunächst rauf zum Wallberg. Kehre um Kehre windet sich der Wanderweg nach oben. Blick auf den Tacho: 5 km/h, dann 4. Immerhin ist die Aussicht schön. Irgendwann bin ich oben. Rodelbahn bergab, Setzbergsattel, Trail bergab, Ich schaffe es im Trail wieder zu ein paar Fahrern aufzuschließen – ist gut für die Motivation. Kreuth. Swantje steht an der Strecke und feuert mich an. Ist noch besser für die Motivation. Weissachalm. Kühzagl. Ich bin im Arsch. Überlege kurz ins Ziel abzubiegen, will aber unbedingt finishen. Also rauf zum Kühzagl. Wieder eine brutal steile Rampe. Die vierte Frau kommt an mir vorbei. Dann auch noch die fünfte. Scheisse bin ich langsam. Im Wiegetritt kämpfe ich bis zum Gipfel noch mal ran, schnelle Abfahrt und die nächste Rampe hoch zum Galaun. Hier platze ich endgültig ab. Die letzten Meter hoch zum Gipfel fahre ich Zickzack, dann endlich die letzte, sausteile Schotterabfahrt ins Tal. Ein paar Kilometer später bin ich im Ziel. In einer enttäuschenden Zeit. Aber im Ziel. Immerhin.

Jörg Schrod, Langdistanz, 5: 46, Platz 61 Gesamt, Platz 23 AK


Jens: Nachdem meine letzten beiden Rennen wenig erfolgreich verliefen, wollte ich zumindest mal wieder ein Rennen zu Ende fahren. Wenigstens das sollte mir gelingen. Ansonsten ergings mir theoretisch wie Jörg. Nur eben dann doch ein wenig anders. Gemein mit Jörg hatte ich, dass ich auf der Suche nach meiner Form an diesem Tag leider nicht fündig wurde. Das zeigte sich bei mir schon an der allerersten Steigung. Manche würden auch Drecksaurampe sagen. Jedenfalls hatte ich an allen der 5 großen Anstiege so meine lieben Sorgen und kam keine dieser Rampen richtig gut hoch. Der Druck aufs Pedal wollte und wollte nicht kommen. Am Wallberg musste ich gar erstmals runter vom Sattel, weil mein Rücken nicht mehr mitmachte. Vielleicht hätte ich doch lieber meine Core-Übungen auch im Frühjahr beibehalten sollen. Dafür lief es bergab deutlich besser. Zumindest für meine Verhältnisse. Auch wenn mein Flaschenhalter nach dem ersten Schütteltrail und einer anschließenden Stufe sich vom Rahmen lossagte. Da meine Zeit und mein Schnitt eh schon jenseits von Gut und Böse waren, hatte ich auch auf den letzten Kilometern nicht mehr den Biss, oder die Körner, nochmal alles rauszholen. Ob viel mehr zu holen gewesen wäre, bei diesen letzten beiden Mörderrampen, darf ohnehin bezweifelt werden. Das Rennen war trotz allem die weite Anreise wert. Nicht zuletzt dank der perfekten Orga, den extrem freundlichen Menschen und einer richtig coolen, wenn auch ziemlich derben, Strecke.

Jens Frank, Langdistanz, 6:39:48.3, Platz 120 Gesamt, Platz 51 AK

Dienstag, 2. Juni 2009

Strampeln an der Cote d'Azur


St. Tropez. Das Mekka der Reichen und Schönen ist seit Jahren mein bevorzugtes Trainingsrevier. Denn die südliche Provence bietet im Frühling einfach alles, was man für ein erfolgreiches Trainingslager braucht: perfektes Klima, ruhige, schöne Sträßchen und eine perfekte Topografie für anspruchsvolle Trainingsrunden. Dazu eine tolle Landschaft und viele schöne Plätze und Orte, an denen man sich prima vom harten Training erholen kann. Außerdem ist es ruhig. Vom Hochsommertrubel ist kaum etwas zu spüren, keine Horden an den Stränden und Strandbars, keine überfüllten Gassen in den malerischen Orten. Selbst in den Szene-Cafes rund um den Hafen von St.-Tropez findet man problemlos einen Platz. Für alle, die es selbst ausprobieren wollen – hier sind die Routentipps:

Saint_Tropez: Die Schnupperrunde: Leichte Runde mit ein paar Highlights rund um Saint-Tropez. Ideal für alle, die das erste Mal die Gegend erkunden. Tipp: Das Eis bei Barbarac in Saint Tropez ist unbedingt eine Pause wert. Auch schön: eine Einkehr in einem der Cafes am Marktplatz von Ramatuelle oder am Strand von Gigaro (siehe Tour Collobriere_REV)

GPS St. Tropez

Ampus: Eine superlange Tour ins Hinterland von Vidauban. Meist auf sehr einsamen, ruhigen Sträßchen geht es in stetigem Auf und Ab bis nach Ampus. Eigentlich schon kräftezehrend genug folgt jetzt der höchste Anstieg des Tages – nach Tourtour. Der kleine Ort trägt seinen Beinamen „Ort am Himmel“ zu Recht – denn es geht wirklich ordentlich zur Sache. Doch die Tour bietet weit mehr als mörderische Anstiege. Denn es gibt viel zu sehen und zu entdecken: malerische Dörfer, idyllische Korkeichenwälder und das leuchtende Rot endloser Mohnblumenfelder. Und wer sich nach den vielen Strapazen abkühlen muss, springt einfach kurz in den Lac de Carces –¬ der ideale Platz für die längst verdiente Pause.

GPS Ampus

Salernes_2: Die Variante der Tour „Ampus“ ist nicht nur kürzer und hat weniger Höhenmeter, sondern wird auch in Gegenrichtung gefahren. Es fehlen die harten Anstiege von Ampus bis Tourtour, die Landschaft aber ist genauso schön.

GPS Salernes 2

Lac_St.Cassien: Extrem schöne Runde zum Stausee von Saint-Cassien. Über Sainte Maxime und Saint Aygulf geht es zunächst flach und immer direkt am Meer vorbei bis nach Frejus. Hier tief Luft holen, denn jetzt wird es bergig. Mitten durchs Esterel-Gebirge führt die Tour hoch zum Lac de Saint-Cassien, dann weiter über wirklich traumhafte Straßen nach Roquebrune-sur-Argens. Die berühmten roten Felsen hat man dabei immer Blick – die Landschaft erinnert an die Slickrock-Panoramen, die man aus amerikanischen Freeride-Videos kennt. In Roquebrune nehmen wir den Schleichweg nach Plan de la Tour (Vorsicht: stellenweise Löcher im Asphalt) und rauschen dann wieder ans Meer bergab. Wer jetzt genug Höhenmeter gesammelt hat, nimmt einfach den Anfahrtsweg zurück, die verlinkte Tour packt allerdings noch die Anstiege nach Gassin und Ramatuelle mit drauf.

GPS Lac


Collobriere_REV: Wahrscheinlich „die“ Klassiker-Runde durchs Mauren-Gebirge nach Collobriere. Von St. Tropez über Ramatuelle und Gassin nach Plan de La Tour. Rauf. Runter. Rauf. Runter. Rauf nach Garde-Freinet. Runter. Jetzt bloß im Geschwindigkeitsrausch den Abzweig nach Collobriere nicht verpassen und schon geht’s wieder rauf. Länger jetzt. Wer will biegt links ab zur Chatreuse de la Verne (riesige Klosteranlage, Besichtigung kostet Eintritt), wer sich das sparen will, fährt einfach durch bis Collobriere.
Hier gibt es nette Cafes und alles, was man aus Kastanien machen kann: Honig, Eis, Schnaps, Frühstücksbrettchen und und und.
Kein Wunder, liegt Collobriere doch im Herzen riesiger Esskastanienwälder. Zwei Pässe später ist man in Bormes de Mimosas und steht schon fast wieder am Ufer des Meers. Auf der Küstenstrasse geht es zurück – doch flach ist diese Küste nicht. Rauf. Runter. Rauf. Rauf. Runter. Wie gehabt. Immerhin entschädigt der Wahnsinns-Ausblick für die Mühen. Croix-Valmer und jetzt schnell rechts ab. Runter zum Strand von Gigaro. Einkehren. Unbedingt. In der für mich schönsten Strandbar der kompletten Küstenlinie von Saint-Maxime bis Hyeres. Der „Bar de Salamandre.“ Man sitzt direkt am Meer, das Essen ist lecker und im Prinzip ist das Gröbste geschafft. Noch einen Espresso, einen (echt kleinen) Pass und schon steht man wieder am Ausgangspunkt der Tour.

GPS Collobriere

EsterelUmrunden: Die Sandwich-Tour. Zwischen flachem Beginn und flachem Ende liegt die Umrundung des Esterelgebirges. Da man tatsächlich außen herum fährt, halten sich die Höhenmeter bei dieser Tour ausnahmsweise mal in Grenzen. Hin und Rückweg sind identisch, Klingt langweilig, ist es aber nicht. Denn den Großteil der Strecke legt man auf der Croissette zurück. Man fährt vorbei an herrlichen Buchten, passiert grandiose Felsformationen und freut sich eigentlich schon beim Hinweg auf den Rückweg.

GPS Esterel

Col de Canadel: Nicht zu lange Tour mit einigen landschaftlichen Highlights und dem grandiosen Passträßchen rauf zum Col de Canadel. Von da genauso schön runter nach La Mole und zurück über Gassin und Ramatuelle. Wer sich die Zusatzhöhenmeter sparen will fährt direkt von Gogolin weiter nach Saint-Tropez.

GPS Col de Canadel



St_Trop_MTB1 & St_Trop_MTB2: Zwei kurze Mountainbike-Touren rund um Ramatuelle. Einfach zu fahren, bieten sie immer wieder traumhafte Ausblicke aufs Meer und wer will nutzt einen der zahlreichen Abzweige vom Track für einen Abstecher zu einer der kleinen, einsamen Badebuchten des Cap Lardier. Die Abzweige sind nicht auf dem Track, sind aber auch nicht zu verfehlen. Einfach den Wanderwegschildern folgen. Aber Vorsicht: teilweise sind sie steil und grobschottrig und offiziell gilt außerdem abseits des Hauptwegs ein Bikeverbot.
Das gilt übrigens auch für den „Sentier littoral“. Dieser Küstenwanderweg führt über knapp 20 Kilometer direkt am Meer vorbei von Cavalaire bis zum Cap Camarat. Der Weg lohnt sich – zu Fuß. Man könnte zwar große Teile fahren, aber es sind wirklich viele Wanderer unterwegs und außerdem unterbrechen immer wieder wirklich harte Schiebe- und Tragepassagen die fahrbaren Abschnitte. Kein wirklicher Bikespaß also.

GPS St. Tropez MTB 1
GPS St. Tropez MTB 2


Bergfahrer

Mittwoch, 20. Mai 2009

Schinderhannes Bike-Marathon 2009


Bahnhof Boppard. 8.00. Es regnet in Strömen. Ich hole Taner und Jens am Bahnhof ab, dann brechen wir auf nach Emmelshausen. Dort starten wir nach 2008 zum zweiten Mal beim Schinderhannes Bike-Marathon. Auf den Hunsrückhöhen angekommen, hört der Regen langsam auf und die Sonne kommt raus – Glück gehabt. Die Strecke ist schlammig genug, schließlich hat es seit Tagen fast ununterbrochen geregnet. Beim Warmfahren erste Nervosität. Taner und Jens hatten ihren Saisonauftakt schon, ich weiß nicht so genau wo ich stehe. Ich plane dass Rennen schnell anzugehen und dann zu schauen, wie lange ich mich vorne halten kann. 9.30. Startschuss. Die Spitze geht ab wie die Feuerwehr. Sprinte auf dem großen Blatt was das Zeug hält und kann doch nur gerade so dran bleiben. Aus den Augenwinkeln sehe ich Jens. Auch er ist noch dran. 2 Kurven später fällt mir die Kette runter, ich kann sie aber ohne Absteigen wieder auflegen, verliere aber den direkten Kontakt zur Spitzengruppe. Dann aber läuft es gut. Vorne setzt sich relativ schnell ein Führungstrio ab, danach formiert sich eine starke Verfolgertruppe. Taner und Jens sind nicht in der Gruppe, ich denke aber, dass Jens nur knapp hinter mir liegt. Das Tempo der Gruppe kann ich zu meiner Überraschung halten – bis meinem Hinterrad die Luft ausgeht. Schon wieder Defekt. Wie im letzten Jahr. Bin kurz so lustlos, dass ich überlege abzubrechen, entscheide mich dann aber das Rennen doch zu beenden, mir fehlen sowieso schon Rennkilometer. Der Reifenwechsel dauert und dauert. Die CO2-Pumpe versagt, ich puste die halbe Kartusche in die Luft. Fahrer um Fahrer zieht vorbei. Motivation im Keller. Außerdem beginne ich mich zu wundern, warum Jens nicht längst an mir vorbei ist. Der Reifenwechsel hat knapp 15 Minuten gedauert, er war höchstens ein paar Minuten hinter mir.


Im Ziel erfahre ich: Jens ist wohl fast zeitgleich ausgeschieden. Kettenriss. Wieder draußen. Wie im letzten Jahr. Schade. Er ist aber nicht der einzige, den es trifft: von 251 Startern kommen nur 197 in Ziel. Ich habe den Reifen endlich wieder drauf und nehme das Rennen wieder auf. Zunächst noch ziemlich unmotiviert, schnell aber wieder mit Spaß, denn die Strecke gehört wirklich zu den schönsten, die ich kenne: tolle Trails, knackige Auffahrten und das alles in einer wunderschönen Umgebung. Als der Spaß zurückkommt, läuft es sofort auch wieder besser. Ich kann Fahrer um Fahrer überholen und schaffe es noch mal den Anschluss an die Top 20 herzustellen aber leider reicht es nicht mehr ganz. Auch bei Taner ist es gut gelaufen. Er landet – total ausgepumpt – auf einem sehr guten Mittelfeldplatz in der Gesamt- und auch in der Altersklassenwertung. Das Fazit: tolle Strecke, tolle Organisation, tolle Zuschauer, wieder viel Pech – vor allem bei Jens – eine bessere Pumpe muss her und auch der Reifenwechsel sollte dringend mal geübt werden. Die Ergebnisse:


Jörg Schrod 24. gesamt / 14 in der Alterklasse
Taner Ercan 107. gesamt / 46 in der Altersklasse
Jens Frank DNF

Bergfahrer

Rundstreckenklassiker in der Pfalz

Am vergangenen Samstag, stand für mich das erste Straßenrennen mit Lizenz auf dem Programm. Ein Klassiker in der Pfalz, genauer gesagt in Kuhardt. Als "ideale Vorbereitung" solle ich das sehen – hatte mir mein Coach gesagt. Und mir den Tipp gegeben "immer schön weit vorne zu fahren". Da gibt es nämlich weniger Unfälle und man muss nicht soviel arbeiten. Doch Grau ist alle Theorie, wenn man erstmals bei einem Lizenzrennen am Start steht und der Startschuss über 6 Runden a 10 Kilomter fällt. Man findet sich plötzlich mittendrin im Getümmel und möchte am liebsten erstmal gucken, was die anderen so machen. Die lassen einem allerdings herzlich wenig Zeit. Denn ehe man sich versieht, schiebt sich das Peloton mit guten 45 km/h durch die Straßen und man ist erstmal froh irgendwo im Feld noch dabei zusein. So ging es auch die ersten 3-4 Kilometer. Bis plötzlich direkt vor mir das typische Gemetzel losging, was man aus dem Fernsehen von den Profirennen kennt. Irgendwie kommt einer zu Fall, und schon liegt das halbe Feld auf der Straße. Allerdings, und das bestätigten mir einige später, war das Ausmaß dieses Crashs schon enorm. Schätzungsweiße 20 Fahrer mussten unmittelbar das Rennen beenden (aufgekratzte Gesichter, kaputte Arme, vom Material ganz zu schweigen). Einer hatte sogar ein Ritzelpaket im Bein stecken. Nun ja. Bemüht den Schock schnell zu verdrängen, setzte ich mich gleich wieder in den Sattel um den Anschluss nach ganz vorne nicht zu verlieren. Doch das sollte mir nicht gelingen. Zu Fünft versuchten wir den Anschluss nach vorne wieder herzustellen, aber nach und nach gaben die Fahrer auf. Letztenendes bin ich dann noch 4 Runden alleine gefahren, was aber angesichts des Streckenprofils, Flach und viel Gegenwind, für jemand allein absolut aussichtslos ist. So geschah dann auch das unweigerliche: der Mob holte mich in der letzten Runde ein. Der einzige Trost war, unfallfrei geblieben zu sein. Und um eine gute Erfahrung reicher.

Samstag, 2. Mai 2009

Saisonstart beim City Loop.


Der Henninger ist tot. Es lebe der City Loop. Was man sich auch immer bei der Namesfindung gedacht hat, das Zeug zum Klassiker hat der Name „Eschborn-Frankfurt City Loop“ leider nicht. Die 103 km Strecke hingegen, musste der von letztem Jahr in nichts nachstehen. Ganz im Gegenteil. Der Feldberg und einige andere mehr oder weniger kleine Hügel standen auf dem Programm. Unter anderem noch der Ruppertshainer und der Schulberg in Eppstein mit seinen 19%. Doch am Start (ich startete aus Block D), der gegen 09 Uhr erfolgte, ging die ersten 5 Minuten mal nichts. Wegen schmaler Straßen und vieler Radler gab’s Stau. Damit waren eigentlich auch schon alle eventuellen Möglichkeiten auf einen schnellen Zug aus dem A oder B Block dahin. Insofern war ich mit der Endzeit von 03:11:26 halbwegs zufrieden. Auch wenn ich mir eigentlich schon ein bißchen mehr versprochen hätte. Immerhin: Lothar Leder kam auch nur eine knappe Minute früher ins Ziel.

Die F.A.Z. hat im übrigen einen recht lesenswerten Artikel aus der Sicht eines "Jedermannes" hierzu verfasst: http://tinyurl.com/cju3nw

Dienstag, 31. März 2009

Klassikermonat

Die Fahrt zur Sonne ist schon vorbei, ebenso die Halbklassiker "Omloop Het Nieuwsblad", "Der Pfeil von Brabant" (auch Brabantse Pijl) und "Dwars Door Vlaanderen". An den kommenden Wochenenden stehen "De Ronde van Vlaanderen" (Flandernrundfahrt) und "Gent-Wevelgem" an, bevor am 12.April der Klassiker schlechthin ausgetragen wird: Paris-Roubaix. Dieses Jahr geht es wieder über mehr als 50 KM Kopfsteinpflaster, durch den berüchtigten Wald von Arenberg, bis schlußendlich die Einfahrt im Velodrom erfolgt. Schon letztes Jahr erschienen, aber vielleicht noch nicht jedem bekannt, ist eine Doku über diesen Frühjahrsklassiker. "Road to Roubaix" gibt's als DVD und ist über einen Onlineshop zu beziehen. Als kleinen Vorgeschmack, gibt's hier schonmal den Trailer:

Donnerstag, 26. März 2009

Training in der Sonne. Teil II.

Nach Jörg's Trainingslager im Süden, ging es für Jens eine Woche später nach Alcudia.
Hier ein paar Eindrücke.

Anreise, 1. Tag
12. März

Die Anreise ist früh, sehr früh, worüber ich mich im ersten Moment bei der Buchung gefreut habe. So lässt sich nämlich noch die ganze Pracht des Tages nutzen, um das zu tun, wozu man schließlich seinen Urlaub gebucht hat: Training. Doch der Reihe nach.



2 Stunden vor Abflug am Check-In sein, bedeudet für mich 05.00 Uhr. Yep. Und weil ich nicht in Stress und Hektik verfallen will, bin ich auch pünktlich. Aber offensichtlich nicht der einzige der so früh gen Süden reist. Mit meinen 2,5 Gepäckstücken am Counter, fragt mich die reizende Dame, wie lange ich denn in Urlaub fahren wolle. Erm? Wie? 10 Tage, sag‘ ich - wobei sie das ja auch selbst auf dem Ticket hätte sehen können. Aber scheinbar schien die Frage ohnehin nur rein rhetorischer Natur zu sein. „Da müssen Sie leider Übergepäck bezahlen“. „Warum?“, frag ich nett aber unverständnisvoll zurück. „Weil 20 kg erlaubt sind, Sie aber 35 kg haben.“ Oha. Was Radklamotten und ein paar Riegel so ausmachen können. Um 120 Euro erleichtert gings dann pünktlich um 07.00 Uhr Richtung Palma.

In Palma angekommen, lief der Transfer ohne Umwege zum Hotel über die Bühne. Für den ersten Tag hatte ich mir auch schon eine passende Route rausgesucht: Alcudia_prolog. Treffender hätte ein GPS Track gar nicht heißen können. 80 KM, 400 HM. Eine Route die durchs Landesinnere über Can Picafort, San Juan und das liebliche Dorf Sineu zurück nach Alcudia führen sollte. Das einzige was mir noch fehlte war – das Rad. Blöd nur, das mein Fahrradverleih, Luxcom, von 10.30 bis 15.00 Siesta macht. So stand ich um 11.15 vor verschlossenen Türen. Da ist man nun extra früh angereist um so doch noch den halben Tag zu verschenken. Nun gut. Als es dann soweit war, ging es um die Frage, wie man sich jetzt hier anzieht. 16-18 Grad, Sonne. Die meisten die ich gesehen habe, waren irgendwie kurz/kurz oder mit Armlingen unterwegs. Da ich ja ohnehin nur „mal eben ums Eck“ wollte und kein Weichei bin, bin ich also auch kurz/kurz los. Da war’s aber schon 15.30 Uhr.

Die Strecke selbst war sehr schön. Leider war ich so mit frieren beschäftigt, das ich mich kaum auf die Landschaft hab’ konzentrieren können. Und so wurden dann auch aus „2h lockeres Einrollen im G1“, was mein Plan vorsah, zähe 3h durch gefühltes Sibirien. Wie sehr man doch den Wind unterschätzen kann. Unnötig zu erwähnen, das ich weder Windjacke, Weste oder ähnlich schützendes Material dabei hatte. Erst eine halbstündige heiße Dusche konnte mich annähernd wieder auf normale Körpertemperatur zurückbringen. Das Abendessen war futsch. Hunger hat ich aber ohnehin keinen. Nur Schlafen wollte ich.

2. Tag
13. März

Noch etwas geschlaucht vom gestrigen Tag, und der Erfahrung reicher sich nicht zu luftig zu kleiden, stieg ich mit Knielingen und meinem winddichten Langarm, aber auf Kurzarm umbaubaren Trikot aufs Rad. Ach ja, ein Schuhcover hatte ich vorsichtshalber auch mal an. Da ich aber heute bereits gegen 12.00 wieder Richtung Landesinnere unterwegs war, konnte ich schon nach 10 Minuten die Ärmel abmachen und nach 30 Minuten die Beinlinge ins Trikot stecken. Immerhin: frieren war heute nicht angesagt. Mein Weg führte mich über knapp 100 KM, und 730 HM, wieder über Can Picafort bis zur Ostküste nach Cala Millor, über Arta zurück nach Alcudia. Die Beine waren immer noch nicht richtig angekommen, aber im Vergleich zu gestern ganz passabel. Das Abendessen musste ich auch nicht verpassen und konnte so das erstemal das Buffet des Hauses testen. Für *** mehr als in Ordnung.

3. Tag
14. März

Nachdem es gestern noch etwas „frisch“ war, schien mir heute der erste wirklich warme Tag zu werden. Möglich aber auch, dass der Wind einfach nicht so stark blies. Jedenfalls war das Wetter verbunden mit der anstehenden Tour ¡fantástico!. Die Tour war entnommen aus der Roadbike und nannte sich dort „Typisch Mallorca“. Wieder ging es ins Landesinnere bis nach Manacor, zurück über Petra, Sineu, Llubi und Muro. Die viel beschriebenen schönen Dörfchen Sineu und Petra empfand ich allerdings auch immer als große Möglichkeit mich zu verfahren. Einzig meinem Edge hab ich es zu verdanken, nicht länger als nötig in verwinkelten Gäßchen auf und ab zu rollern.
Der konnte mir allerdings, schon in Alcudia angekommen, auch nicht mehr helfen mein Hotel zu finden. So hab‘ ich eine geschlagene Stunde dem KB Bereich zu etwas mehr Volumen verholfen. Und die Gegend um Port d’Alcudia etwas bessere kennengelernt. Nach einer Massage mit meinem EMS und dem Gang ans Buffet war ich tatsächlich pünktlich um 18.15 zur Sportschau wieder auf dem Zimmer. Fenin hatte leider wieder nur den Pfosten getroffen und die Eintracht leider nur 1:1 gespielt. Ein fast perfekter Tag.

4. Tag
15. März

Der bislang längste Tag sollte es werden, nicht nur nach meinem Trainingsplan, auf dem Stand: 6 Std. wellig.
Und tatsächlich, es sollte richtig wellig werden. Nicht nur wegen der „Wellblechstraße“, von der es im übrigen auf Mallorca jede Menge gibt. Die erste Welle die mir entgegenschlug, war die „Entfernung zum Kurs“ den mir mein Garmin anzeigte bevor ich überhaupt das erstemal richtig in die Pedale getreten hatte. Da Stand was von 1220 KM. Mein ausgesuchter Kurs, Alcudia_Cafiguera, knappe 160 KM lang und mit 1050 HM gespickt, sollte aber direkt in Alcudia losgehen und nicht in… Frankfurt. Da hat wohl jemand einen falschen Kurs abgespeichert. So musste ich mir schnell einen neuen Kurs suchen. Der da hieß „Sant Salvador“. Ähnliche Distanz, nur knappe 500 HM mehr waren zu kurbeln. Nun gut, das sollte machbar sein. So gings los, wie immer die letzten Tage. Flach, sonnig und recht windig. Bis die Strecke einen Abbieger machte wo es keine Abbiegung gab. Nach einer halben Stunde Umweg und Zurechtfinderei mit „zweimal in die falsche Richtung fahren“ war ich irgendwann wieder auf Kurs. Auf Kurs Richtung Sant Salvador. Der Anstieg passte zwar eigentlich nicht in meinen Plan, und man hätte hier auch einfach geradeaus weiter fahren können, aber den höchsten Anstieg in der Region wollte ich nicht verpassen und mein Coach möge es mir verzeihen. So gings einen sehr schönen Anstieg rauf und nach kurzem Ausblick vom Gipfel wieder runter. Wo ich wieder feststellen musste, was für ein lausiger Abfahrer ich bin. Laut Karte war jetzt erstmal das „schlimmste“ geschafft und der Rückweg nur noch Formsache. Doch weit gefehlt. Das Inferno sollte noch kommen.



Es kam auf einer Abfahrt. Wieder eine dieser Wellblechstraßen. Immer leicht hüglig, die Sicht auf den nahenden Sonnenuntergang gerichtet, der sich langsam aber sicher abzeichnet, macht diese lange, einsame Straße plötzlich einen 90° Knick. Allerdings nur auf dem Display. Und tatsächlich. Da geht ein kleiner Feldweg ab. Etwas staubig mit ein paar kleineren Steinen, man könnte sagen eine art Feldweg, aber fürs erste mit dem Rennrad fahrbar. Und der wird sich sicherlich nicht ewig strecken. Wie man sich irren kann. Aus dem anfangs noch leicht fahrbaren Weg, wird ein Trail, der mich stark an den berüchtigten Altkönig Trail in der Heimat erinnert. Das Fahrrad muss geschultert werden. Und neben meinem Schnitt ist meine Laune jetzt gehöhrig im Keller. So im Keller, das ich meinen Freund Jörg, der mir diese Route auch besorgt hat, auf‘m Handy anrufe und ihn frage, welcher Vollhorst diese Route zusammengeklickt hat und das derjenige sich warm anziehen soll, falls ich ihn mal treffe. Zum Glück war nur die Mailbox dran. Exakt 30 Minuten später ist der Marsch durch die Steppe geschafft. Es geht abwärts. Endlich. Die Fahrt dem Sonnenuntergang entgegen lässt das vorangegangene Desaster wieder etwas vergessen. Über Can Picafort geht’s dann die letzten Meter wieder zurück nach Alcudia. Die Uhr zeigt 7 Stunden. Eine halbe davon war allerdings komplett überflüssig.

Anmerkung: der von Jörg unten verlinkte Track "Sant Salvador" stimmt exakt und schickt Rennradler auch nicht auf wüste Trails. Versprochen.



5. Tag
16. März

Ruhetag. Der erste von zweien. Ausschlafen bis 10.00 Uhr, kleines Frühstück im Hotel um dann anschließend am Strand ausgiebig die Süddeutsche bei zwei Cafe con Leche zu lesen. Life is good. Mittagessen, was ja sonst ausfällt, bzw. aus maximal einem Powerbar Riegel besteht, gab’s heute beim lokalen Italiener. Salat und Spaghetti Tonno.

Gegen späten Mittag stieg ich dann für eine knappe Stunde aufs Rad und betrachtete mir mal die Küste nach Pollenca. Sehr windig. Also schnell wieder zurück ins Hotel. Ist auch schon 18.00 Uhr. Buffet ist eröffnet und der Laden zum bersten voll. Ich muss sogar Schlange am Buffet stehen. Morgen geh ich erst wieder nach der Tagesschau hin.

Tag 6
17.März

Der erste Tag in den Bergen steht an. Ursprünglich waren mal so klangvolle Namen wie „Sa Calobra“, der „Puig Major“ oder „Col de Soller“ geplant zu fahren. Da aber ein Erdrutsch einer der Straßen dorthin unbefahrbar macht, bzw. das ganze in einer Sackgasse endet, bleibt mir nichts anderes übrig, als ein paar andere Hügel auszuwählen. Namentlich Orient und Kloster Lluc, wobei ich letzteres nicht gesehen habe, sondern nur die hier berüchtigte Tankstelle kurz davor.

Die Anfahrt ins Tramuntana Gebirge von Alcudia aus, über Muro, ist eine der schönsten Strecken, die mir bisher auf Mallorca unter die Reifen gekommen sind. Knappe 2 Stunden lockere Anfahrt durch schönste Landschaft und quasi nicht befahrene Straßen, bzw. Wege. Die Straße hinauf zum Orient kam mir recht kurzweilig vor. Die meisten machen oben wohl eine obligatorische Kaffeepause. Ich bin gleich weiter. Um kurze Zeit später hoch zur berüchtigten Tankstelle zu fahren. Da hab ich dann allerdings mal eine Pause eingelegt um Flaschen zu füllen und irgendein hausgemachtest Plunderstückchen zu essen. Die anschließende Abfahrt nach Pollenca ist ziemlich lang und ebenso schön. Wieder im Hotel werden erstmal die Füße hochgelegt und die Tagesschau abgewartet bis es zum Buffet geht. Dort sind auch wieder die Jungs vom Rothaus Team. Ich vermute mal U-21 Fahrer, oder noch jünger. Jedenfalls scheint ihnen der Spaß am Trainingslager so langsam vergangen zu sein, was folgender Dialog zwischen zweien erahnen lässt: „Ich hab morgen Geburtstag, Mann. Ich darf mir was wünschen. Ich wünsch mir Regen. Den ganzen Tag.“ Sein Wunsch ging nicht in Erfüllung.

Tag 7
18.März

So langsam war ich mit meinem Kartenlatein am Ende. Alle Routen ins Gebirge gingen über die gesperrte Straße. Dabei musste ich heute „Grundlage in den Bergen“ fahren. Und hatte aber noch keine Ahnung wie ich im Grundlagentempo und 2fach Übersetzung die Berge hochkommen soll. Da ich an der Etappe gestern so viel Gefallen gefunden hatte, bin ich kurzerhand fast die selbe Strecke einfach nochmal gefahren. Nur eben nicht in Intervallen, sondern im „Grundlagentempo“. Was überraschenderweiße ganz gut ging. Überholt hab‘ ich in diesem Tempo zwar niemanden, wurde aber auch ebenso nicht überrollt von Rentnergruppen, die heute zuhauf unterwegs waren. Ist zwar nur Training und kein Rennen, aber das eigene Ego fährt ja schließlich auch immer mit…

Der Heimweg führte auch wieder über Pollenca zurück an der Küstenstraße nach Alcudia. Mir ist dann gottseidank noch eingefallen, das meine Gels und Riegel sich dem Ende neigten (hab nämlich meine Flaschen auch jeweils mit 2 Gels gefüllt) und legte einen Stopp beim „Bequi“ ein. Der örtliche Bikeladen. Gut sortiert und hat so alles was das Herz begehrt. Vom Gel bis hin zum High End aufgebauten Wilier. Und schönen rot/weißen Santini Socken.

Tag 8
19.März

Mein 2. Ruhetag. Das war wieder in erster Linie ausschlafen und lazy rumhängen. Die 20 Minuten KB geroller‘ hab ich mir an diesem Tag auch geschenkt. Ich bin dafür einfach eine Stunde am Strand spazieren gewesen und hab das Rad Rad sein lassen. Dabei hatte ich nichtmal ein schlechtes Gewissen. Dafür bin ich abends extra früh ins Bett, weil ich nämlich, der Zufall will es, doch noch eine Strecke ausfindig gemacht hatte, die mich an der südlichen Küste über andere Berge als Orient und Tankstelle führen sollte. Über den Col de Soller zum Beispiel. Endlich.



Tag 9
20.März

Die heutige Etappe hatte ich im Forum aufgetrieben. Der User nannte sie schlicht „Königsetappe“. 185 KM und knapp 2.500 HM waren der Plan. Allerdings machte die Strecke einen unnötigen Schlenker nach Valdemossa. Den musste ich ja nicht machen. Und so waren‘s am Ende des Tages nur 174 KM. Aber das war noch eine Weile hin.

Als erstes gings wieder flach ins Landesinnere. Im Grunde die selbe Strecke wie die Tage zuvor. Allerdings noch sehr viel weiter runter um dann über Banyalbufar langsam bergauf Richtung Deia zu fahren. Deia war das erste Hightlight. Ein wunderschönes Kleinod in den Bergen. Richtig genießen konnte ich dieses Dorf allerdings nicht, immerhin standen noch 3 Berge vor der Tür.
Die Auffahrt zum Soller war dann das zweite Highlight. Irgendwie ein bißchen mystisch. Namen verschiedener Fahrer, vorallem aber der von Colom, zierten die Serpentinen hinauf. Und so fühlt man sich irgendwie als Teil einer großen Bewegung. Wahrscheinlich alberne Radfahrer Prosa. Aber anders könnte ich es jetzt nicht beschreiben.
Der Weg rauf zum Orient war mir ja inzwischen bekannt. Und doch war er heute etwas anders. Mir war so, als wär er heute steiler, oder länger. Oder beides. Jedenfalls war ich froh als ich oben war und dreimal so froh, als ich dann sah, dass ich definitv nicht über die Tankstelle nach Hause fahr‘, sondern „nur“ noch flaches Land bis nach Alcudia zu bewältigen hatte. „Nur“ noch deswegen, weil ich den stärksten Gegenwind hatte, den man sich vorstellen kann. Die Auffahrt zur Tankstelle wäre sicherlich nicht kräfteraubender gewesen. Rückblickend muss ich aber sagen, dass es eine außergewöhnlich schöne Etappe war. Besonders die Küstenstraße war ein absolutes Erlebniss.

Tag 10
21.März

Mein letzter Tag. Jedenfalls auf dem Rad. Dafür hatte ich mir eine lange, flache Strecke rausgesucht. Knappe 170 KM bei gerade mal 1000 HM. Flach heißt: rein ins Land und über Manacor bis runter nach Santanyi und noch ein Stück weiter bis Cala Figuera. Dort sollte ein sehr schöner Hafen sein, der mir allerdings verwehrt blieb, weil ein örtlicher Markt nur per Fuß zu bewältigen war. Und der Markt war groß. So beschloß ich, unverrichteter Dinge, wieder die Rückfahrt anzutreten. Die ging über Felanitx, Petra, Sineu und schließlich Muro zurück nach Alcudia. Rechtzeitig heimgekehrt, konnte ich noch pünktlich mein Rad abgeben und einen letzten Cafe con Leche am Strand genießen. Das einzige was noch vor mir lag, waren zwei leere Koffer, die gefüllt werden wollten. Lieber wär‘ mir gewesen, was auszupacken. Aber dazu werde ich sicherlich nächstes Jahr wieder kommen.

Mittwoch, 25. März 2009

Training in der Sonne.

Jörg's Trainingslager in Alcudia.

Graupelschauer, Schnee, salzige Straßen – der Winter hat Deutschland nach wie vor fest im Griff. Also nix wie weg in die Sonne. Nach Alcudia, Mallorca. Was unzählige Radsportler schon tausendfach getan haben, ist für mich ein ganz neues Erlebnis. Schließlich bin ich zum ersten Mal überhaupt auf der Lieblingsinsel der Deutschen. Grund genug für einen Erlebnisbericht:

Der Flug: gebucht bei Air Berlin gestalteten sich die An und Abreise stressfrei und problemlos – trotz dem riesigen Bikekoffer im Gepäck. Frühstücken sollte man aber besser nicht im Flieger, das „Gourmet“-Sandwich ist ungenießbar aber dafür extra pappig.

Das Hotel: Das Vanity Golf direkt am Strand von Alcudia ist perfekt. Die Zimmer sind schön eingerichtet, die Betten sind super bequem und auch das Essen ist gut. Sowohl beim Frühstück als auch beim Abendessen gibt es nichts zu meckern – lediglich das Müsli-Buffet könnte ein bisschen umfangreicher sein. Abends gibt es Fisch, Fleisch und immer diverse Pasta bzw. Reisgerichte. Dazu ein großes Salatbuffet. Ideal für Sportler also, die nach einem harten Trainingstag die Speicher wieder füllen müssen. Ideal auch: die Poollandschaft. Die ist so einladend gestaltet, dass man sich morgens schon fast einen wolkenverhangenen Himmel wünscht, um der Versuchung „Sonnenbaden“ nicht zu erliegen.


Die Touren: Nachdem ich in 11 Tagen kreuz und quer über die Insel gedüst bin, glaube ich fast, dass es auf Mallorca keine Touren gibt, die nicht schön sind. Doch natürlich gibt es Unterschiede. Die für mich eindrucksvollsten Touren hier:


Cap Formentor: Klar ist der Asphalt grob, die Straße teilweise mit Kies übersät und der Tunnel dunkel. Aber für mich eine absolute Muss-Tour. Landschaftlich eindrucksvoll, nicht zu schwer und daher prima auch als Einroll-Tour fahrbar. Prima auch der Abstecher zum alten Leuchtturm (Abzweig am Busparkplatz am ersten Aussichtspunkt).

GPS Daten



Sant Salvador: Von Alcudia zum Wallfahrtsort Sant Salvador. Zuerst flach durch die Inselmitte, dann steil in unzähligen Kehren hinauf zum höchsten Punkt der Tour. Oben angekommen bietet sich ein grandioser Rundblick über die gesamte Insel. Anschauenswert ist aber nicht nur die Landschaft, sondern auch die Trikots des mallorquinischen Radweltmeisters Guiliermmo Mortimer, die in der Kirche zu bestaunen sind.

GPS Daten

Llucmajor: Super Tour durch die Inselmitte nach Llucmajor und weiter an die Küste bei der Cala Pi. Von dort immer am Meer vorbei bis s’Arenal, bevor es dann über Santa Maria del Cami, Alaro und Lloseta hügelig zurück nach Alcudia geht

GPS Daten


Mallorca_King: Da während meines Aufenthalts die Ma-10 bei Lluc gesperrt war und somit Sa-Calobra leider für mich nicht sinnvoll fahrbar war, brauchte ich unbedingt eine alternative Königsetappe von Alcudia aus. Die hier hat sich das Prädikat redlich verdient: kann man sich anfangs noch bequem und flach einrollen, folgt ab Esporles Hügel um Hügel. Bald biegt man auf die Küstenstraße MA-10 ab – unbedingt Pausen in Velldemossa und Deia einplanen falls man es nicht eilig hat – und folgt ihr bis Soller. Wer will, nimmt hier noch den Abzweig zum Port de Soller bevor es dann über den Col de Soller, Orient und Lluc zurück nach Alcudia geht.

Alternativer Rückweg für alle, denen die Zusatzhöhenmeter nach Orient zu viel sind: Ab Bunyola wieder Richtung Santa Maria del Cami, nach ca. 9 Km links ab Richtung READS Restaurant. Diesem Sträßchen dann einfach nach Alaro, Lloseta und Inca folgen. Von Inca über Buger zurück nach Puerto Alcudia

GPS Daten



Cala Rajada: Sehr schöne Tour über die Küstenstraße nach Arta. In Arta lohnenswerter kurzer Abstecher auf einem kehrenreichen Sträßchen zur Ermita de Betlem. Zurück nach Arta und Cala Ratjada. Wer hier nicht noch rauf zum Leuchtturm will, fährt gleich weiter nach Cala Millor und von da aus zurück nach Arta bevor es dann auf dem Anfahrtsweg wieder zurück nach Alcudia geht.

GPS Daten


Kloster LLuc
: Eigentlich kommt man hier immer wieder vorbei, sobald man in die Berge des Tramuntana-Gebirges aufbricht. Doch auch als Kurztour durchaus lohnend. Von Alcudia geht es zunächst flach über Sa Pobla, Buger, Campanet nach Selva bevor der Anstieg zur Tankstelle – einem bekannten Rennradler-Treffpunkt mit Einkehrmöglichkeit – beginnt. Die Straße ist in einem echt bedauernswerten Zustand – deshalb ist es besser die Route in der hier vorgestellten Richtung zu fahren. Bergauf tun die Schlaglöcher nicht ganz so weh. Nach der Tankstelle geht es zunächst noch in leichtem Auf und Ab, dann endlich nur noch bergab über Pollenca, einem schönen Ort mit netten kleinen Cafes und Restaurants, die zum Einkehren einladen, nach Alcudia.

GPS Daten



Sineu_Petra: Perfekte Tour zum Einrollen, und um die ersten Eindrücke zu sammeln. Zunächst sehr flach an der Küste vorbei, geht es dann leicht hügelig nach Sant Llorenc des Cardassar und Manacor. Weiter auf kleinen Sträßchen durch die Felder und unzählige Orangenplantagen nach Petra und Sineu (Mittwochs Viehmarkt). Über Llubi und Muro geht es zurück zum Ausgangspunkt der Tour.

GPS Daten



Orient
: Eine Klassiker-Tour auf Mallorca. Von Alcudia geht es flach über Muro, Sineu und Santa Maria del Cami. Weiter nach Bunyola – übrigens der Heimatort des Rennradprofis Antonio "Toni" Colom. Hier lohnt sich eine Einkehr, denn ab jetzt geht es meist bergauf nach Orient und Soller. Auf der folgenden Abfahrt nach Lloseta kann man sich erholen, bevor es dann ab Caimari wieder rauf zur Tankstelle geht. Von dort über Pollenca zurück nach Alcudia.

GPS Daten

Bergfahrer

Dienstag, 27. Januar 2009

Bergsport. Mal anders.

Viel besser als auf der Rolle zu fahren: Rolle fahren. Zumindest, wenn die in einem Hotel in Obertauern / Österreich steht. Aber natürlich bin ich nicht 600 Kilometer gefahren, nur um mich auf einen Ergometer zu setzen. Einerseits. Andererseits stand das Ding nun mal da und irgendwie muss man die Kalorien vom Mittagskaiserschmarrn’ und Abendshirschragout ja wieder loswerden. Hilfreich dabei: ein Magen Darm Virus. Nicht hilfreich dabei: die jeden noch so klitzekleinen Hügel erschließenden Lifte. Doppelsessel, Vierersessel. Achtersessel. Überall Sessel. Machen bequem, fett und verweichlichen total. Zumal sie mittlerweile nicht nur gepolstert, sondern auch noch beheizt sind. Die passende Begleitmusik kommt vom Band, beschallt den ganzen Berg und lässt ob der intelligenten Texte die zahlreichen anwesenden Wintersportfreunde aus ganz Europa vor Freude rotieren. Vielleicht verstehen sie die Texte aber auch gar nicht. Vielleicht sind sie auch nur besoffen. Vor Freude. Und noch mehr von Obstler, Willi und Jagertee. Eh kloar. Zum Glück gibt es Auswege. Früh aufstehen und zu Fuß aufsteigen ist einer. Noch früher aufstehen und noch weiter aufsteigen ein anderer. Im Bett bleiben weil einen ein Virus erwischt ist auch einer. Das ist zwar nicht so schön, kalorientechnisch aber ähnlich effektiv wie das Kraxeln. Das Fazit einer schönen Woche im Schnee: zwei und ein halber Tag Sonne, vier Tage Nebel, Niesel und Schnee, unzählige Pisten- und Tourenkilometer, drei fast komplette Trainingseinheiten auf dem Ergometer und ein hartnäckiger Virus. Schön.






Bergfahrer

Montag, 8. Dezember 2008

Transalp auch 2009 wieder im Programm

Seit gestern, 15 Uhr, ist es amtlich. Auch 2009 wird der Ritt über die Alpen den Saisonhöhepunkt bilden. Die ganze "erste Starterliste" gibts hier: http://www.bike-transalp.de
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